Die Pamir-Suche: Warum ein Notruf noch keine Rettung war

30. September 2026

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Stephan Graf Mueller

Ein Notruf nennt eine Position. Er sagt den Helfern aber nicht, wo ein Rettungsboot Stunden später treibt. Nach dem Untergang der Pamir am 21. September 1957 wurde genau das zur schwierigen Aufgabe: Schiffe und Flugzeuge suchten im Atlantik nach kleinen, von Wind und Wellen versetzten Zielen.

Die letzte bekannte Position der Pamir

Der Funkverkehr gab den Suchkräften einen Ausgangspunkt. Als die Pamir verstummte, gab es keine neuen Koordinaten vom Schiff. Der amerikanische Küstenwachkutter Absecon verließ seine Wetterstation und lief zum Seegebiet. Handelsschiffe änderten ebenfalls ihren Kurs. Sie mussten in den Seegang hinein, der nach Hurrikan Carrie zurückblieb.

Ein Suchpunkt auf der Karte war bald veraltet. Ein Boot, ein Brett und ein Mensch im Wasser treiben nicht gleich. Sie bieten dem Wind unterschiedliche Flächen; Strömung und Wellen versetzen sie zusätzlich. So wurde aus einer letzten Position ein Suchgebiet.

Warum ein Rettungsboot schwer zu finden war

Von einer hohen Schiffsbrücke wirkt die See überschaubarer als aus einem beschädigten Kutter. Zwischen Wellenkämmen kann selbst ein Boot für einen Moment verschwinden. Aus einem Flugzeug lässt sich ein größeres Gebiet absuchen, doch Schaum, Regen und Schatten erschweren die Unterscheidung zwischen Wrackteilen, einem Boot und dunklen Wasserflächen.

Die Männer in einem der Boote hatten außerdem keine sichere Warteposition. Karl-Otto Dummer schilderte später ein leckgeschlagenes Boot, das wiederholt kenterte. Die Gefahr endete also nicht mit dem Erreichen eines Rettungsmittels. Der NDR dokumentiert Dummers Erinnerungen und die schwierige Suche.

Zwei getrennte Rettungswege

Dummer und andere Männer aus seinem Boot wurden von der Saxon aufgenommen. Günter Haselbach wurde im beschädigten Boot Nr. 2 von der Absecon entdeckt. Diese Wege verliefen getrennt. Das Buch erzählt sie anhand der Berichte der Überlebenden und der Suchchronologie, ohne aus einer Sichtung schon eine Rettung zu machen.

Der Ablauf zeigt eine einfache Grenze der Technik von 1957: Ein empfangener Funkspruch brachte Schiffe in Bewegung, konnte aber weder Treibwege vorhersagen noch ein Boot im Seegang sichtbar machen. Die ausführliche Chronik steht in Pamir – Chronik einer Schiffskatastrophe. Einen anderen Fall, in dem Quellen und zeitliche Abfolge für das Verständnis entscheidend sind, behandelt unser Beitrag zur Rettung nach Atlantis und Python.

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